Gemischte Gefühle...

Samstag, 03.05.2014

Hallo zusammen!

Heute ist es also soweit: Das ist mein letzter Blogeintrag aus Irland, denn heute geht es zurück nach Deutschland. Hinter mir liegt eine einmalige, wunderschöne und unvergessliche Zeit, für die ich wirklich dankbar bin.

Für unser letztes Wochenende hatten wir Mädels eigt einen Übernachtungstrip nach Galway geplant, einen der wenigen letzten Punkte auf unsrer Liste. Doch das Wetter hat beschlossen, uns einen Strich durch die Rechnung zu machen. Zwar sind wir nach drei Monaten hier wirklich an den Regen gewohnt, aber Sightseeingim Dauerregen macht einfach nicht wirklich Spaß. Damit ist unser Trip buchstäblich ins Wasser gefallen und wir haben uns für ein eher gemüliches Wochenende entschieden. 

Dieses hat natürlich wieder mit einem Pubbesuch am Freitagabend begonnen. Aufgrund des Dauerregens viel die Wahl dann auch nicht all zu schwer: Wir haben einfach den nächstbesten Pub genommen anstatt durch die ganze Innenstadt zu unserem eigentlichen Ziel zu laufen. Samstag morgens - immer noch od. schon wieder Regen - hatten wir dann nochmal ein leckers Frühstück in einem Café im English Market. Dort habe ich danach auch einen frischen Büffelmozarella gekauft, der aufgrund seiner Größe und Verpackung allerdings mehr an einen Albino-Goldfisch erinnerte und daher für so manches Gelächter von uns sorgte.

Nachmittags habe ich Corinne wieder einmal ins Kino geschleppt. Dieses Mal weniger Drama und mehr Comedy. ("The other women" mit Cameron Diaz). Manchmal war er etwas übertrieben, aber insgesamt doch ganz gut. Und Kino mit den Originalstimmen macht einfach viel mehr Spaß.

Später hatten wir uns dann noch mit den Jungs im Apartment zu einem gemütlichen Treffen verabredet, dieses Mal jedoch nur mit Bier (bzw. Tee für mich), denn seit ca zwei Wochen kann ein gewisser C. Keinen Whiskey mehr riechen geschweige denn trinken... ;-) 

Sonntags wurde das Wetter dann endlich etwas besser und es kam sogar die Sonne zum Vorschein. Eigt. sollte ich ja lernen oder meinen nächsten Blogeintrag schreiben, aber die Sonne war viel zu schön um sie nur von drinnen zu genießen. Also hieß es für mich Schuhe und Jacke an und raus an die frische Luft in den nahegelegenen und sehr schönen Fitzgeraldpark. Dort war es wirklich herrlich: Einfach nur auf einer Bank sitzen, Musik hören und die Umgebung genießen. Nach einiger Zeit hatte ich das Bedürfnis, etwas spazieren zu gehen. Doch all zu weit kam ich nicht, denn zum einen war hinter einer Kurve ein neu angelegter Teil des Parks durch einen Zaun abgesperrt und zum anderen war in der anderen Richtung eine Parkbank in direktem Sonnenschein frei! Und das konnte ich mir wirklich nicht entgehen lassen.

Da saß ich also mit geschlossenen Augen, Musik in den Ohren und der Sonne im Gesicht. Bis ich nach einer Weile plötzlich ein Geräusch höre. Ich mache die Augen auf und sehe nur einen großen dunkel gekleideten Mann vor mir. In der nächsten Sekunde dreht er sich um und setzt sich auf  mich drauf! Ich konnte gar nicht so schnell reagieren, sodass tatsächlich mein linkes Bein unter ihm bebraben war! Unglaublich... Das ging alles so schnell, zumal ich ja 1min zuvor noch gedöst hatte. Ziemlich überrumpelt und unfähig zu sprechen mit ich seitlich von der Bank runter und habe erst mal etwas Abstand zwischen mich und den Mann gebracht. Der hatte kein Wort gesagt und ich bin mir nicht sicher, ob er betrunken oder eher geistig nicht voll anwesend war. Das Paar auf der Nachbarbank hat mich nur irritiert angeschaut und sie  meinte etwas in die Richtung wie: "That was crazy!" So hat also mein Sonnenanbeten ein abruptes Ende gefunden.

Immer noch etwas konfus habe ich mich dann auf den Weg gemacht und meinen Spaziergang fortgesetzt. Unterwegs habe ich noch eine Kollegin getroffen, die mich sogar erkannt hat! Ich war dann nochmals am "Harry-Potter-Building", das Julia und ich am ersten Tag so getauft hatten und an der Stelle, die vor einigen Wochen komplett überflutet war. Und so war ich letztendlich über 3,5 Stunden unterwegs... Toll!

Die letzte Woche verging wirklich unglaublich schnell. Die letzten Mitbringsel kaufen und dann viel Zeit mit unseren Freunden verbringen. Mittwochs waren wir mit unseren irischen Mädels bzw ersten Mitbewohnerinnen Cocktails trinken und in einem Pub mit KaraokeNacht. Das war echt ein gelungener Abend und Abschied von den Mädels. Donnerstags dann wieder Pub mit Corinne - ebenfalls toll, auch wenn das noch nicht unser Abschied war. Und gestern dann - natürlich - Abschluss in meinem geliebten "The Oval". Da haben wir uns nochmals mit unserer kleinen Clique getroffen und hatten einen tollen letzten Pubbesuch - vorerst zumindest.

Gestern konnte ich mir dann noch einen weiteren kleinen Traum erfüllen, von dem ich nicht gedacht hätte, dass er sich hier noch erfüllen wird. Reiten in Irland. Ich hatte zwar bereits vor einigen Wochen ein paar Reitställe angeschrieben, ob eine Tour bei ihnen möglich ist, aber entweder war es nicht machbar oder es kam erstbgar keine Antwort. Dann hatte ich letzten Dienstag (!) endlich die Idee, einfach mal im Touristoffice nachzufragen. Und dort wussten sie tatsächlich einen Ort, an dem ich das machen kann. Ich war wirklich happy darüber, denn ich vermisse das Reiten sooo arg. Immerhin bin ich 9 Jahre geritten bevor ich seit nun schon mittlerweile 3 Jahren pausiere, weil mir einfach die Zeit fehlt neben dem Studium. Daher war es für mich wirklich genial, hier endlich mal wieder Pferde um mich herum zu haben.

Zwar war es nicht, wie erst gedacht, eine komplette Tour im Gelände, sondern eher eine Reitstunde mit einem kleinen Abstecher an den Strand, aber es war trotzdem super. Ich bin sogar ein paar Mal gesprungen ;-)  Die Mädels hatten als absoulte Neulinge ein Anfängerstunde, sodass wir alle auf unsere Kosten kamen. Eine schöne Abschlussaktion zu dritt.

Heute morgen wurden wir von Corinne und Javier noch zur Busstation begleitet, um uns dort zu verabschieden. Das hat uns echt gefreut und natürlich war es ein emotionaler Abschied, denn wir hatten besonders mit diesen beiden wirklich schöne Zeit verbracht!!

Und jetzt sitze ich hier im Bus in Richtung Dublin Airport und mir kommen wirklich die Tränen, weil ich so langsam realisiere, dass ich Irland heute vorerst einmal verlassen werde. Aber es ist nicht nur die traumhafte Landschaft und die tolle Mentalität und Lebenseinstellung, die ich hier zurücklasse. Auch ein ganzer Lebensabschnitt voll mit neuen Freunden, tollen Erlebnissen und neuer Unabhängigkeit endet nun. Unbeschreiblich... 

Ich hatte drei wirklich, wirklich schöne und wundervolle Monate hier und bin einfach nur glücklich darüber, diese Erfahrung gemacht haben zu können. Und ich weiß, ich werde zurückkommen!

 

Mit diesen Worten möchte ich mich nun auch von euch verabschieden, meine lieben Leser! Ich hoffe, euch hat mein Blog gefallen und ihr hattet genauso viel Spaß beim Lesen wie ich beim Schreiben. Jeder Kommentar und jedes Feedback zu meinen Einträgen von euch hat mich echt gefreut - Danke!

Und damit sage ich ein letzes Mal: ByeBye!

 

P.S. Ja, das Gras ist hier wirklich grüner... ;-) 

Ostern mal anders :-)

Donnerstag, 01.05.2014

Hi Leute,

 

da bin ich auch schon wieder. Und weiter geht's mit einem Rückblick auf ein schönes, verlängertes Osterwochenende.

Freitags war erst einmal Ausschlafen angesagt, da wir donnerstags im Pub waren. Für den Karfreitag hatte ich nicht viel geplant, da für die Vorbereitung für meine Bachelorarbeit einige Zeit am Schreibtisch nòtig war. Das einzige, was ich noch von diesem Tag berichten kann, ist, dass ich mir nie nie mehr Wildlachs in der Dose kaufen werde...

Ich dachte mir, ist ja Karfreitag, also ist Fisch angesagt. Zuvor hatte ich mir noch Wildlachs (habe ich beim Kaufen mit Lachs in meinem Kopf abgespeichert) in der Dose gekauft, weil mich das die ganze Zeit schon interessiert hat. Ich hatte da aber auch noch gedacht, dass es eigt wie Thunfisch in der Dose ist, nur eben mit einem anderen Fisch. Aber weit gefehlt! Nachdem ich die Dose endlich mit unserem kaputten Dosenöffner aufgebrochen hatte, nahm das Grauen seinen Lauf... Die kleine Dose bestand zu 1/4 aus Haut, 2/4 immerhin aus Fisch und 1/4 waren Gräten. Dazu muss man sagen, dass ich bei sowas echt ultra empfindlich bin und das normalerweise Papa machen lasse (ja, wie ein kleines Kind, ist mir aber egal :-P )

Nur war dieses Mal mein Dad ziemlich weit weg. Bewaffnet mit zwei Gabeln hab ich mich also ans Werk gemacht, um immerhin etwas von dem Fisch zu retten. Drei benutze Teller später ist es mir auch endlich gelungen, weitestgehend alle Gräten aus dem Fisch zu operieren, sodass ich mein Abendessen mehr oder weniger genießen konnte. Was lernen wir daraus: Man wächst mit seinen Herausforderungen :-D  auch wenn ich nie mehr Wildlachs in der Dose kaufen werde.

Für den Ostersamstag hatten wir eine Tour mit einem anderen Busunternehmen gemietet, das mir eine gute Bekannte empfohlen hatte. Diese Mal ging es auf eine weitere Halbinsel Richtung Mizen Head. Der Busfahrer hat dieses Mal wirklich viiiel erzählt und nahezu alle Themenfelder zu (Land- ) Wirtschaft damit abgedeckt. Teilweise war dies wirklich anstrengend und wir waren froh, als wir zum Bildermachen aussteigen konnten.

 Die Landschaft an sich war wieder einmal wunderschön und atemberaubend! Und wie so üblich: Was soll ich da groß erzählen, ich zeige am besten einfach Bilder.

    Bantry Mizen Head Mizen Bridge

Abends waren wir zwar ein bisschen müde, aber für einen Besuch im Pub ist man immer fit genug. Da hatten wir dann auch beschlossen, am nächsten Tag eine Art WG party zu machen. Wir hatten uns schon davor überlegt, am Ostersonntag gemeinsam zu kochen und Mittag zu essen und uns so gegenseitig zu trösten, weil wir Ostern nicht zuhause sind. ;-) 

Also sind Conrad, Javier und ich am Sonntagvormittag losgezogen, um noch ein paar notwendige Utensilien wie ein bisschen Tequilla, Eier, Pilze,... Für das anstehende WG Fest zu besorgen. Wir wussten zwar, dass an einem Feiertag der Alkohol erst ab einer bestimmten Uhrzeit verkauft wird. Aber die genaue Uhrzeit wussten wir natürlich nicht. Und wen überrascht es jetzt, dass wir natürlich zu früh im Tesco waren und damit eine halbe Stunde vor Verkaufsstart eigt schon so gut wie fertig waren mit unserem Einkauf?!

Wir kamen uns ziemlich bescheuert vor, alle 5 minuten "zufällig" an der blauen Absperrwand, hinter der sich die alkoholischen Getränke befanden, vorbeizulaufen, in der Hoffnung, sie würden vllt doch früher die Absperrung entfernen. Was sie natürlich nicht gemacht haben... Als es dann nach einer schier endlosen Durchwanderung des kompletten Tescos soweit war, war die Enttäuschung groß:

Es gab keinen Tequilla zu kaufen! Sämtliche andere Alkoholsorten, aber nicht die, auf die wir so lange gewartet hatten. So haben wir uns für Whiskey (wir sind ja immerhin in Irland) und Wein (dieser war natürlich aus Spanien und Chile) entschieden, damit nicht alles umsonst war. Und sobald die Jungs sich wieder beruhigt hatten, nachdem sie sich zuvor auf Spanisch ziemlich über die hohen Alkoholpreise aufgeregt hatten, konnten wir endlich endlich den Weg zurück ins Apartment antreten. Dort hatte uns dann am Eingang auch schon Corinne erwartet, denn wir waren mittlerweile natürlich viel zu spät dran.

Nachdem wir dann gemeinsam gekocht hatten, konnten wir uns bei etwas Weißwein und Lachs mit Tagiatelle und Spinat über unsere verschiedenen Osterbräuche unterhalten und so unser ganz eigenes anderes Osterfest feiern. Fast wäre es mein erstes Ostern ohne Osterhase oder Ostereier geworden, aber Corinnes Eltern sei Dank wurde ich davor bewahrt. Diese hatten ihrer Tochter nämlich u.a. Farben zum Eierfärben geschickt sowie einen Osterhasen aus Schokolade, den Corinne dann mit uns allen geteilt hat! Außerdem hatte sie Julia und mir je noch ein girly Ü-Ei und Trinkschokolade mitgebracht, damkt war mein Ostern gerettet - danke nochmal Corinne :-) 

  Easter Lunch

Die Jungs standen unsrer gekochte-Eier-färben-Aktion ziemlich skeptisch gegenüber, weil sie davon noch nie etwas gejört hatten. Uns Mädels hat es aber echt Spaß gemacht und ich muss sagen, sie sahen gar nicht mal so schlecht aus unsere Ostereier.

   Ostereier :-)  

Am Nachmittag haben wir uns dann meine neu erworbene DVD angeschaut, die ich aus reiner Langeweile und etwas Verzweiflung ein paar Stunden zuvor im Tesco gekauft hatte. Der Abend hatte dann ganz harmonisch mit den ersten Runden Whiskey begonnen. Doch Trinkspiele und Whiskey sind nicht für jeden Magen eine gute Kombination, dass weiß ein gewisser C. aus Spanien jetzt auch... Im Gegensatz zu ihm ging es dem Rest der Truppe am nächsten Tag auch ziemlich gut und so konnte ich noch etwas von Corinnes mitgebrachtem Dessert geniesen, bevor ich mich montags wieder an den Schreibtisch zur weiteren Vorbereitung der BA zurückziehen musste.

 

So, viel mehr gibt es jetzt auch nicht mehr zu breichten von diesem Wochenende. Es war auf jeden Fall schön, die Feiertage gemeinsam mit Freunden verbringen zu können, auch wenn es nicht ganz so traditionell war wie sonst.

 

Am Samstag gibt es dann den letzten Eintrag, denn - auch wenn ich es kaum glauben kann - meine Zeit in Irland neigt sich vorerst dem Ende zu.

Byebye

 

 

We are (a kind of) family!

Samstag, 26.04.2014

Hello folks!

So hat uns der Busfahrer bei unsrer letzten Tour mit PaddyWagon immer genannt. Diese Tour führte uns auf die DingleHalbinsel, eine von mehreren wirklich schönen Küstenlandschaften in Westen Irlands.

Der Busfahrer und Tourguide in einem war dieses Mal wirklich echt witzig und hat die ganze Tour über für Unterhaltung gesorgt. Mit Geschichten/Infos über Irland und zwischendurch Musik (teilweise auch selbst gesungen) war die Stimmung gut. Mittags haben wir unsere Lunchpause an einem echt schönen Ort verbracht: Direkt am Strand. Wir sind mit dem Kleinbus wirklich fast bis ins Wasser gefahren (anstatt den Bus einfach oben auf dem Parkplatz zu parken und runter zu laufen). Es war eine traumhafte Aussicht mit wunderbarer Geräuschkulisse der Wellen im Hintergrund!

Nachmittags sind wir noch in die Stadt Dingle gefahren. Dort kann man mit dem Boot aufs Meer rausfahren und nach einem Delfin ausschau halten, der dort seit Jahren lebt und mittlerweile zu einer Touristenattraktion geworden ist. Dafür hatten wir jedoch leider keine Zeit, daher mussten wir mit der Statue vorlieb nehmen.

Da sich die Landschaft schlechter mit Worten beschreiben lässt als mit Bildern, sind hier ein paar Eindrücke von unserem gelungenen Tagesausflug (inklusive gutem Wetter!!)

  Unser Tour-Maskottchen - ein Plüschkobold Inch Beach Mittags am Strand Ein Muffin auf Reisen! Die Delfinstatue Inch Beach von oben ;-)

Abends waren wir dann wieder einmal in meinem Lieblingspub "The Oval". Mittlerweile sind wir eine nette Gruppe bestehend aus Conrad, Javier, Corinne, Julia und mir. So macht ein Pubbesuch noch mehr Spaß :-)  

Sonntag vormittags habe ich mich dann wieder einmal ans Brotbacken gemacht. Meine neuste "Kreation" - Brötchen mit jeder Menge Kürbiskernen - sehen zwar nicht ganz so schon aus wie Bäckerbrötchen, aber sie schmecken dafür mindestens genauso gut! ;-)

 

Javier hat sich über unsere ziemlich undurchsichtigen Living Room-Fenster beklagt und daraufhin kurzer Hand beschlossen, Fenster zu putzen. Da uns dafür natürlich nahezu sämtliche Utensilien fehlen, musste einfach mal eine Plastikflasche mit Loch im Deckel und Spülmittel herhalten. In Kombination mit Spüllappen und alter Zeitung ergab das dann ein doch recht annehmbares Fensterputzequipment! 

Das Reinigen der Außenseite war allerdings umständlicher als gedacht. Hier kann man nämlich die Fenster nicht komplett öffnen, wie man es in Deutschland gewöhnt ist, sondern man kann siemnur nach unten kippen und das auch nur ca. 10-15cm weit nach außen. Abgesehen vom Putzen gestaltet sich auch das normale Lüften als ziemlich lässtig, denn durch den schmalen Spalt kann auch kaum ein Luftaustausch stattfinden.

Bei der Fensterputzaktion war es zum ersten Mal von Vorteil, dass wir im Erdgeschoss wohnen, denn so war es ein Leichtes, draußen vom Garten aus die Scheiben zu putzen, wenn auch die Gitter an der unteren Hälfte etwas hinderlich waren. Während Julia und Javier mit der Außenseite beschäftigt waren, erhielt ich innen Unterstützung von unserem vierten Mitbewohner Aday. So hat letztendlich das ganze Apartment an der Aktion "Schöner wohnen" teilgenommen und es war echt witzig! Und das Ergebnis kann sich echt sehen lassen, denn nun ist die Farbe des Himmels nicht mehr grau sondern blau (meistens zumindest)!

 

In der Kantine im Office stehen häufig Kekse, Kuchen etc. Manchmal stehen da aber auch Sachen wie zwei Kartons mit PancakeBackmischungen, die jeder nehmen kann. Von diesen hat uns unsere Chefin gleich mal ein paar eingepackt, damit wir bloß nicht zu kurz kommen! Das war wirklich lieb und so hatten wir einige der Flaschen mit dem Pulver zum Anrühren bei uns im Apartment. Gewöhnlich bin ich gegenüber solchen Fertigmischungen recht skeptisch, aber man soll ja allem eine Chace geben. So haben wir uns nach dem Fensterputzen an die easy-shake Flaschen gemacht. Natürlich hat sich trotz ewigem Schüttlen nicht das ganze Pulver aufgelöst, aber nach etwas rumstochern mit dem Messer (wir hatten nichts anderes, das lang genug war - oh wie ich die gut ausgestattete Küche daheim vermisse) war auch dieses Problem gelöst. Geschmacklich waren sie, wie zu erwarten, ganz ok bzw. Recht neutral. Für einmal hat es gepasst und das gemeinsame Zubereiten stand dabei eh im Vordergrund. 

 

Ein paar Tage darauf sprachen wir im Office nochmal über die Backmischung. Ich erwähnte, dass ich etwas irritiert war vom Ei-Pulver und fragte mich noch, warum mich meine Kollegen so komisch anschauten. Da kam mir Corinne zur Hilfe und sagte: "Egg, Linda, not Ei!" Mir war gar nicht aufgefallen, dass ich die ganze Zeit von " Ei-powder" gesprochen hatte und meine Kollegen somit immer nur "I (ich)-powder" verstanden haben. Daher waren sie auch etwas verwirrt, denn damit konnten sie nicht wirklich etwas anfangen! Immerhin war Corinne in der Nähe und so konnte das Missverständnis aufgeklärt werden. Auch wenn ich nicht glaube, dass meine Kollegen ganz verstanden haben, was ich eigentlich sagen wollte und wahrscheinlich immer noch denken, ich sei ein wenig crazy ;-)  Aber damit kann ich leben, denn mittlerweile gehen die beiden Sprachen wirklich  manchmal fließend in einander über und verursachen dann solche "Verständigungsprobleme".

Das war's dann auch schon wieder für heute. In den nächsten Tagen werde ich noch von unserem Osterwochenende hier berichten, bevor ich dann auch schon den finalen Eintrag schreibe! Wie die Zeit verfliegt...

 

Bis dahin! Byebye  :-) 

busy, busy, busy!

Samstag, 12.04.2014

Hi!

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll zu erzählen! Vergangenes Wochenende bzw. Vergangene Woche habe ich so viel erlebt und daran möchte ich euch natürlich teilhaben lassen.

Beginnen wir mit unseren neuen Mitbewohnern: Da hätten wir zum einen den 19jährigen Adai aus Spanien und den 24jährigen Javier aus Chile. Mit Javier verstehe ich mich ziemlich gut, mit Adai ist das Zusammmenleben aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen von Hygiene etwas schwierig. Aber es ist auf jeden Fall mal interessant, auch mal die eher unschönen Seiten des WG-Lebens mitzumachen :-) 

Letzte Woche hatte Julia Besuch von einer Freundin aus Deutschland. Da mein Bett ein kleines bisschen größer ist, haben wir für diese Zeit die Zimmer getauscht. Es war ein bisschen mühseelig, all das Zeug rumzuräumen. Aber dabei habe ich mal wieder gesehen, wie viel Zeug sich in der letzten Zeit doch angesammlt hat. Zu viert hatten wir eine Tour für die Dingle Halbinsel mit PaddyWagon gebucht. Allerdings erhielten wir am Abend davor einen Anruf, dass diese Tour gestrichen wurde. So haben wir uns kurzfristig dazu entschlossen, in den nahegelegenen Fota Wildlife Park zu fahren. Die Strecke haben wir ausnahmsweise mit dem Zug und nicht wie sonst üblich mit dem Bus zurückgelegt. Der Park an sich ist ganz nett und recht überschaubar. Die Tiere können sich dort ziemlich frei bewegen. Daher konnten wir auch ziemlich nah an einige der Tiere ran... Nur die Winterjacke erinnert auf dem folgenden Foto an Irland, oder?! ;-) 

  Irland oder doch Australien? wo ist das Baby? Aggressiver Strauss

Obwohl wir den Tierpark inkl. Der neuen Sensation - dem Tropenhaus - zweimal durchlaufen waren, war es erst früher Nachmittag. Also haben wir entschieden, zurück nach Cork zu fahren und dort noch ein paar Sachen anzuschauen. Mit Corinne hatte ich mich auf den Weg gemacht, um in der St. Ann's Church die Glocken zu läuten oder besser bekannt als Shandon Bells. Man kann in dieser Kirche den Glockenturm hinaufsteigen und mithilfe von Schnüren die acht Glocken läuten. Daneben liegt ein Liedheft, mit dem man aufgrund von Zahlen, die den Glocken entsprechen, mehr oder weniger bekannte Lieder spielen kann. Corinne und ich haben beinahe das ganze Heft ausprobiert und da momentan die achte Glocke kaputt ist, mussten wir ziemlich oft improvisieren. Aber es hat ziemlichen Spaß gemacht :-)  Danach kann man weiter nach oben steigen, vorbei an den Glocken auf einen Balkon ziemlich weit oben auf dem Turm. Auf dem Weg dahin sind uns zwei Leute entgegengekommen. Erst da wurde uns bewusst, dass sie die ganze Zeit schon da oben waren und somit all unsere kreativen Musikstücke ertragen mussten (ebenso wie die ganze Nachbarschaft rund um die Kirche)!

Der Weg nach oben war wirklich sehr dunkel und eng. Aber die Mühe hat sich gelohnt, denn die Aussicht war wirklich super und wir hatten sogar etwas Sonnenschein!

    St. Fin Barre's Cathedral wir wohnen da hinten bei dem hohen Gebäude in der Mitte :-P

Wieder unten angekommen, hatten wir uns noch ein wenig die Kirche angeschaut, bevor wir dann ins benachbarte Buttermuseum gegangen sind. Und was soll ich sagen, es war wirlich ziemlich ... Langweilig! Anfangs schaut man sich eine gefühlte Ewigkeit einen Film über die Entwicklung des irischen Buttermarkts und die Marke Kerrygold an. Danach kann man sich noch einige Exponate etc. zur Butterherstellung in der Geschichte anschaun. Sagen wir es mal so, es ist nicht unbedingt empfehlenswert, wenn man sich nicht gerade für den Buttermarkt in den 60ern interessiert :-D 

 Während Julia mit ihrer Freundin unterwegs war, hat es Corinne und mich ans Meer gezogen. Nach etwas Internetrecherche hatten wir uns für einen Strand in der Nähe der Kleinstadt Youghal entschieden. Kurz noch online Bustickets gekauft und schon waren wir startklar für ein paar Stunden am Meer. Bisher hatte in ich Irland eher nur Steinstrände gesehen, weshalb ich mich sehr über den ca. 5 km langen Sandstrand gefreut habe. Meer und Strand hat für mich immer etwas von Urlaub, egal wie kalt es ist :-)  So sind wir nach einer kurzen Orientierungsphase ein paar Stunden am Strand entlang gelaufen, haben viele Muscheln gesammelt, die Luft, die Aussicht und die perfekterweise erschienene Sonne genossen. Es war wirklich toll. Zwar war das Wasser viel zu kalt, um Baden zu gehen, aber das hatten wir auch nicht anders erwartet. Am Ende des Strandes war ein Hotel mit einem Restaurant mit Meeresblick, in dem wir uns dann eine Kleinigket zu essen und einen Kaffee gegönnt hatten, bevor wir wieder zurück  in Richtung Städtchen/Bushaltestelle gelaufen sind. An eines werde ich mich allerdings so schnell nicht gewöhnen: Die Gezeiten! Anfangs war das Meer noch sehr nahe an der Strandpromenade, als wir dan n das Restaurant wieder verlassen haben, konnte man das Wasser nur noch in einiger Entfernung sehen. Trotzdem war der Blick wirklich super :-)  Etwas erschöpft von der frischen Luft und ziemlich happy sind wir nach ein paar Stunden am Meer wieder zurück in die Realität und den grauen Himmel über Cork gefahren.

 

An diesem Wochenende waren wir abends außerdem noch im Musical "Grease". Die Karten hatten wir schon vor einer Weile im Opera house gekauft und uns deshalb auch schon lange darauf gefreut. Es ist wirklich erstaunlich, denn der Zeitpunkt Anfang April wirkte so weit weg und jetzt ist er schon vorbei!

Ich gehöre scheinbar zu den wenigen Menschen, die den Film " Grease" noch nicht gesehen haben und bin deshalb ohne große Erwartungen in die Aufführung gegangen. Und ich muss sagen, es hat mir echt gefallen. Das Opera House in Cork ist nicht soo groß und man kann auch den Aufführungssaal nicht mit beispielsweise dem Musicalgebäude in Stuttgart vergleichen. Aber für so eine kleine Stadt wie Cork ist es vollkommen ausreichend und es war echt nett anzusehen :-) 

 

Es gab an diesem Wochenende nicht nur kulturelle Erlebnisse, sondern auch in kulinarischer Sicht. Unser erster Mitbewohner Conrad aus Spanien, mit dem wir uns weiterhin treffen, hatte uns zu Beginn versprochen, einmal für uns original spanische Sangria zu machen. Also hatten wir Conrad und einen Freund von ihm an diesem Wochenende in unser Apartment eingelanden. Auch Corinne hatte es etwas durchnässt an diesem Abend von ihrem Berg im Norden zu uns in den Westen geschafft. Zu Essen haben wir selbst gemachte Pizza gebacken, denn für mein Brot hatte ich ja daür alle Zutaten wie Hefe und Mehl bereits vorrätig. 

Kurze Zeit nachdem die Pizza im Ofen war, haben sich auch noch unsere neuen Mitbohner Javier und Adai sowie dessen Kumpel zu uns in die Küche gesellt. So saßen wenig später 9 Leute in unsrere kleinen Küche und haben Pizza gegessen und Sangria getrunken. Und im nu wurde daraus eine wirklich gute WG-Party :-) Es war wirklich ein schöner Abend mit interessanten, lustigen und teilweise hitzigen Diskussionen in verschiedenen Sprachen bis in die frühen Morgenstunden. 

Dementsprechend sah die Küche auch am nächsten Morgen aus! Wir hatten kein sauberes Besteck, keine sauberen Gläser oder Teller mehr. Aber es hat sich echt gelohnt. Und nach mehreren Spülgängen (natürlich per Hand, denn eine Spülmaschine gibt es hier nicht) war auch alles wieder mehr oder weniger im Normalzustand.

Ein weiters kulinarisches Highlight war das irische Frühstück, das Corinne und ich uns in einem Café im English Market geteilt hatten. Es besteht aus Spiegelei, Würstchen, Pilzen, Tomate, (Blut)pudding, Speck und Brot. Es ist wirklich ziemlich deftig, weshalb wir uns eins geteilt haben und dazu dann jede lieber noch einen süßen Scone gegessen haben. Und es gab jede Menge Kaffee dazu - herrlich. Zwar war es erst etwas gewöhnungsbedürftig, um diese Uhrzeit schon ein derart defitiges Essen zu sich zu nehmen, aber es war im Nachhinein echt lecker und ist wärmstens zu empfehlen.

 

Ich hatte mir die ganze Zeit schon vorgenommen, hier in Cork in einen (natürlich englischsprachigen) Kinofilm zu gehen. Seit letzter Woche läuft der Film "Noah" in Irland. Die Schauspieler haben mir sehr zugesagt, also habe ich Corinne kurzerhand mit ins Kino geschleppt, um mir eine eigene Meinung zu diesem Film zu bilden. Ob er mir gefallen hat, kann ich allerdings bis heute nicht beurteilen, er war teilweise echt merkwürdig. Aber es hat trotzdem Spaß gemacht, den Film mit den Originalstimmen zu hören (und sogar zu verstehen) und dazu eine große Tüte (salziges) Popcorn zu essen.

Nachdem ich am Sonntag wieder zurück in meinem Zimmer war, könnt ihr euch sicherlich vorstellen, dass ich nach diesem Wochenende wie ein Stein geschlafen habe. :-)  Es waren zwar ziemlich viele verschiedene Eindrücke, aber es war echt ein gelungenes Wochenende.

Dann bis zum nächten Mal!

 

Byebye

Eine gelungene Überraschung mit leckerem Ergebnis :-)

Samstag, 05.04.2014

Hey zusammen,

dieser Eintrag ist mal wieder längst überfällig, denn in der Zwischenzeit habe ich schon wieder eine Menge erlebt. Aber eins nachdem anderen. 

Letzte Woche war der Daffodil-Day, er ist vergleichbar mit dem Welt-Aids-Tag. Man kann an diesem Tag überall zugunsten von Krebspatienten Osterglocken (=daffodils) in sämtlichen Varianten kaufen. Zum Beispiel aus Plastik als Anstecker, ähnlich wie die rote AidsSchleife. Es ist wirklich eine schöne Idee, denn es dient zum einen natürlich dem guten Zweck und zum anderen signalisieren die Blumen auch den Beginn des Frühlings - die frischen Farben sind herrlich. Wir hatten hier nämlich im Gegensatz zu dem tollen Wetter in Deutschland in den vergangenen Tagen ziemlich viel Regen und niedrige Temperaturen. Da tut ein bisschen Farbe ganz gut :-D 

Um ein bisschen Abstand von dem Aktenraum zu erhalten, hat uns unsere Kollegin an diesem Tag einkaufen geschickt. Seit weniger als einem Tag war der Tee leer und fast das ganze Office ist deshalb beinahe durchgedreht. In Deutschland wäre es ähnlich, wenn kein Kaffee mehr da wäre. Die meisten Leute sind hier nämlich echt verrückt nach diesem Schwarztee. Um dem Leiden ein Ende zu setzten,  haben wir uns vor der Pause auf den Weg in den benachbarten Supermarkt gemacht, um dort ganz viel Tee und andere Sachen für die Office-Küche zu kaufen. Bezahlt haben wir den Einkauf dann nicht etwa mit Bargeld sondern mit vielen 10€-Wertschecks. Dabei kamen wir uns ein bisschen komisch vor, denn häufig zahlen eher z.B. sozial benachteiligte Menschen oder Obdachlose ihre Lebensmittel mit Wertmarken ;-) 

Das Highlight des Abends oder eher das Highlight der ganzen Woche hat mich dann wenige Stunden später im Apartment erwartet. Wenn jemand hier Briefe etc erhält, kann man sich diese in einem Fach in der Rezeption abholen. Da schau ich auch gelegentlich mal rein, könnte ja sein, dass ich doch mal was kriege. Päckchen oder Pakete allerdings werden hinter der Theke aufbewahrt und muss die Angestellten fragen, ob was für einen angekommen ist. Und da ich nichts erwartet habe, habe ich natürlich auch nicht nachgefragt. Bis zu dem Zeitpunkt als mich meine liebe Cousine Yvonne angeschrieben hat. Sie wollte wissen, ob ich eine gewisse Person kenne, die das an mich adressierte Päckchen in Empfang genommen hat. Zwar hatte ich diesen Namen noch nie gehört, aber ein Versuch bei der Rezeption war es ja trotzdem wert! Und da war es auch - mein Überraschungspäcken!! 

Yvonne, ich kann nur nochmals sagen, die Überraschung ist dir mehr als gelungen und ich grinse deshalb immer noch jedes mal, wenn ich darin blättere! Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, dass ich  mich sehr sehr gefreut habe, als ich ein englischsprachiges Brotbackbuch aus dem Geschenkpapier gepackt habe und die dazugehörige liebe Karte gelesen hatte. Yvonne hat sich meine Jammerei wegen des Brots hier zu Herzen genommen und mir das Buch geschickt, um endlich Abhilfe zu schaffen :-) 

Abends waren wir dann noch mit einem guten Bekannten in meinem Lieblingspub, "The Oval". Ich weiß jetzt schon, dass ich diese  Pub vermissen werde - er ist einfach toll. Es ist ein kleiner, relativ dunkler Pub mit einer super Atmosphäre, guter Musik und netten Barkeepern. Und ich bin mir nicht sicher, ob es ein gutes oder schlechtes Zeichen ist, dass die Barkeeper mittlerweile ohne Aufforderung wissen, wie ich meinen Whiskey trinke :-D  

Am verregneten Samstag Morgen habe ich mich dann aufgemacht, um Zutaten wie Mehl und Hefe für meine erste Brotbackaktion zu kaufen. Zuhause backe ich nornalerweise mit frischer Hefe. So etwas gibt es hier allerdings nicht in einem normalen Supermarkt zu kaufen. Auch getrocknete Hefe konnte ich erst nach etwas suchen im großen Tesco finden. Nachdem ich dann alle Zutaten zusammen hatte, konnte ich endlich loslegen. Anders als der Hefeteig für etwa einen Zopf muss mein Brotteig ca. 18Stunden gehen, daber konnte ich es erst Sonntags backen. Hierbei kam unsere Küchenausstattung wieder einmal an ihre Grenzen und mir blieb nichts anderes übrig, als das Brot in einer gläsernen Auflaufform zu backen. Und wer hätte es gedacht, es hat wunderbar funktioniert. Ich finde, mir ist das Brot recht gut gelungen hnd es war echt ziemlich lecker! Freue mich schon auf das nächste!

Sonntags haben Julia und ich uns aufgemacht, um ein Castle in der Nähe anzuschauen, in dem sich ein Observatorium befindet. Auf den Bildern sah das Blackrockcastle wirklich ziemlich groß und eindrucksvoll aus. Naja, aber das waren eben nur die Bilder... Wir mussten von der Bushaltestelle ein klein wenig laufen und als wir dann davor standen, mussten wir wirklich ein bisschen lachen. Es ist bei weitem nicht so groß, wie wir beide angenommen hatten. Es ist viel mehr eine ziemlich kleine Burg mit einem Restaurant in Innenhof und einem Observatorium im Gebäude. Ich habe mich noch nie wirklich mit dem Thema rund um die Gestirne und Planeten befasst und war auch noch nie zuvor in einem Observatorium. Auch wenn alles eher für Kinder ausgelegt war, hat mir doch ziemlich Spaß gemacht und es war echt interessant! Der junge Mann, der uns Filmaufnahmen vom Sternenhimmel rund um das Castle gezeigt und erklärt hat, war wirklich mit feuereifer bei der Sache und es war dadurch sehr leicht, seine Begeisterung zu teilen.

 

Während der Hinfahrt waren wir an einem großen Shopping Center vorbeigefahren, von dem wir bereits zuvor schon gehört hatten. Und was eignet sich besser zum Shoppen gehen als ein regnerischer Sonntag nachmittag. Mit dem Vorsatz, dieses Mal wirklich nichts zu kaufen, sind wir dann in einen Kleiderladen rein. Nur um mal zu schaun, was es da so gibt. Idiotisch, denn insgeheim wissen wir eigt schon, dass wir was kaufen werden. Wir haben dann natürlich auch was anprobiert, nur um zu sehen, wie es passt... Wie sollte es auch anders sein, es hat gepasst und so mussten wir es ja fast kaufen. Um einige Klamotten reicher sind wir danach noch etwas durch das ShoppingCenter geschlendert, bevor wir (auch aus Sicherheitsgründen wegen unserer Neigung zum Shoppen) wieder zurück ins Apartment gefahren sind.

Prinzipiell habe ich kein schlechtes Gewissen, wenn ich shoppen war. Aber der Unterschied hier ist einfach, dass mein Koffer schlicht und ergreifend nur beschränkt Platz hat. Daher sollte ich shoppen eigt meiden - naja, sollte... Bisher ist mir das noch nicht so gut gelungen. ;-)

Im Apartment angekommen, haben wir dann unsere neuen Mitbewohner kennengelernt. Diese werde ich euch aber das nächste Mal vorstellen.

Bevor ich mich für heute verabschiede, möchte ich noch kurz von dem kleinen Café berichten, in dem wir Mädels diese Woche nach der Arbeit waren. An diesem Tag hatten wir es endlich geschafft, uns Corinnes Haus, in dem sie hier in Cork mit anderen jungen Leuten wohnt, anzuschauen. Wird ja auch nach 2 Monaten langsam mal Zeit :-P  Die liebe Corinne wohnt auf einem Berg und ich muss schon sagen, der Weg war für mich als Busfahrer ziemlich ungewohnt und anstrengend. Wahnsinn, wie schnell man faul wird nach 2 Monaten ohne Sport. 

Als Belohnung und zur Erholung sind wir danach in den wirklich süßen Laden gegangen, "Tara's Tea Room". Das ist wirklich ein MädchenCafé: Viel Rosa, Schnörkel und Blümchen - Wirklich toll, da müssen wir unbedingt nochmal hin. Mit gutem Kaffee und Cupcake haben wir auf eine sehr nette und angenehme Art den Feierabend genossen.

So, und damit verabschiede ich mich. Bis zum nächsten Mal!

Bis dahin 

Bye :-) 

lazy Wochenende mit Port of Cork

Sonntag, 30.03.2014

Hi :-) 

Zuletzt habe ich vom ziemlich ereignisreichen St.Patrick's Weekend erzählt. Die darauf folgende verkürzte Arbeitswoche verging recht zügig und da stand auch schon das nächste Wochenende vor der Tür. Bisher waren wir beinahe jedes Wochenende on Tour, denn wir wollen unsere Zeit hier ja bestmöglich nutzen. So jedoch nicht an diesem Wochenende. Kurzum: Ich war richtig faul :-D 

Das Wetter sollte ziemlich regnerisch werden und wir hatten auch nicht so recht neue Touren geplant. Da ich auch schon wieder gemerkt hatte, dass sich bei mir eine Erkältung anbahnen könnte (daran ist auch die Klimaanlage im Geschäft schuld, denn die bläst einem den ganzen Tag kalte Luft ins Gesicht, egal, wie warm man sie einstellt ), habe ich einfach beschlossen, mal nichts zu machen.

So habe ich meinen Samstag mit ausschlafen, putzen, kochen und entspannen verbracht - auch mal ganz angenehm. Ich hatte eigt noch vor, vielleicht ins Kino zu gehen, aber ich konnte mich an diesem Tag wirklich zu nichts aufraffen. Sonntags war das Wetter dann aber so schön (soviel zum Thema Wettervorhersage), dass ich es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren konnte, den ganzen Tag im Apartment zu verbringen. So bin ich erst mal zum Shoppen in die Innenstadt gefahren (ist ja nicht so, dass mein Koffer bereits auf dem Hinflug die Gewichtsgrenze errreicht hatte... Aber manchmal kann ich einfach nicht wiederstehen). Mit meiner Einkaufstüte in der einen und einem iced Cappuccino in der anderen Hand habe ich mich dann spontan auf den Weg Richtung Corker Hafen gemacht, einem weiteren Punkt auf meiner ToDoListe. Da es Sonntag war, war dort nicht viel Betrieb, aber die zwei großen Schiffe in Kombination mit blauem Himmel und ruhigem Wasser waren trotzdem ganz nett anzuschaun. Und ich konnte die Stille gut nutzen, um meinen eigenen Gedanken nachzuhängen.

  St. Patrick's Bridgeentlang des River Lee

Nach einer Weile habe ich diesen auf mich beruhigend wirkenden Ort wieder verlassen, immer dabei mein mittlerweiler leerer Becher von Cappuccino. Diesen musste ich nämlich ca. eine geschlagene Stunde mit mir rumtragen, bevor ich endlich einen Mülleimer gefunden habe - sehr lästig! In Deutschland wäre ich in dieser Zeit wahrscheinlich an fünf Müllbehälter vorbeigelaufen, hier in Irland trägt man seinen Müll eben brav mit sich rum, bis man endlich an einen Parkplatz in der Innenstadt kommt... ;-) 

Ich habe meine Tour entlang des River Lee fortgesetzt, zuvor war ich nochmal beim Feuerwehrgebäude, der Polizei und dem höchsten Haus in Cork. Nachdem ich ca. zwei Stunden spazieren war, wollte ich noch im erst vor kurzem eröffnenten Lidl (über den wir uns übrigens sehr gefreut haben) einkaufen gehen, denn hier in Cork bzw. Fast ganz Irland hat beinahe jedes Geschäft auch sonntags geöffnet. Einerseits ganz praktisch, andererseits jedoch auch recht erstaunlich, denn in dem sonst strengkatholischen Irland scheint der einzige Ruhetag der Woche in diesem Punkt nicht von großer Bedeutung zu sein.

So bin ich also kurz vor dem Lidl um die Ecke gebogen und habe nur aus dem Augenwinkel eine Frau wahrgenommen - eine Frau mit einer Brezel in der Hand! :-D  :-D 

Dieser Anblick hat mich ziemlich überrascht, denn man kann eigt hier nirgends Brezeln kaufen. Ich habe nicht weiter darüber nachgedacht, bis mir im Lidl ein wohlbekannter Duft nach frisch gebackenen Brezeln entgegen kam. Und dazu lagen im Brotregal "New: bavarian Brezels"! Ich weiß, das klingt jetzt alles etwas dramatisch und übertrieben, aber ich liebe einfach Brezeln und zu diesem Zeitpunkt war ich bereits zwei Monate auf Entzug ;-)

Mit einer Tüte voller Brezeln habe ich mich dann nach einem schönen Nachmittag auf den Weg nach Hause gemacht, um dort dann Julia mit diesem Stück Heimat zu überraschen! 

Nach diesem sehr erholsamen und entspannten Wochenende konnte ich gut am nächsten Montag in die neue Woche starten. Die Arbeit dort ist leider nicht wirklich anspruchsvoll und manchmal ziemlich    naja ermüdend. Zwar machen wir immer mal wieder was anderes, aber die meiste Zeit des Arbeitstages verbringen wir im Filing Room, um Akten umzusortieren oder vor dem Kopierer:-)

Da kommt so eine leckere Arbeitsunterbrechung wie letzte Woche gerade richtig. Vergangenen Mittwoch war im Rahmen einer Charityveranstaltung nämlich Coffee&Cake breakfast. Dafür hatten viele unserer Kollegen Scones, Brownies, Kuchen etc gebacken, von denen man dann gegen eine kleinen Spende zu Gunsten von Krebskranken essen durfte. Ich finde das eine super Idee und natürlich haben wir sowohl gespendet als auch gegessen  ;-) und ich muss sagen, es war echt lecker und ziemlich viel! Wir waren nach diesem Frühstück papp satt und voll mit süßem Gebäck. Es gab eine so große Auswahl, wir mussten einfach von beinahe allem probieren.

Buffet im Office

Im Rahmer dieser Anti-Krebs-Kampagne war freitags auch der sogenannte DaffodilDay, doch dazu mehr in meinem nächsten Blogeintrag im Laufe dieser Woche.

Bis dahin

Byebye

St. Patrick's Weekend

Samstag, 22.03.2014

Hello!

Erstaunlich, wie schnell die Zeit vergeht. Mittlerweile bin ich schon fast zwei Monate in Irland und noch 1,5 Monate sind übrig. Und ich möchte noch einiges machen und sehen, sodass die übrige Zeit wie bisher auch sehr schnell vorüber gehen wird.

Auch letztes Wochenende habe ich wieder jede Menge erlebt und es war super! Das verlängerte Wochenende hat erstmal mit einem Ausflug nach Kinsale begonnen. Julia war mit ihrem Freund unterwegs, sodass Corinne und ich uns alleine Auf den Weg gemacht haben, um das kleine Hafenstädtchen in der Nähe von Cork City zu besichtigen. Die Ankunft dort und den ersten Eindruck hatten wir uns gelinde gesagt allerdings etwas anderst vorgestellt. Alles war grau in grau, wolkenbehangen und ziemlich trist. Dazu muss man sagen, dass wir die ganze Woche über traumhaftes Wetter hatten, kein Regen, nur Sonne. Daher waren wir nach unserer Ankunft in Kinsale etwas überrascht und zurück in der irischen Realität. Noch dazu kam, dass der Ausblick, der sich uns da im Hafen von Kinsale bot, nicht gerade sehr idyllisch wirkte. Oder anders formuliert: Unser erster Gedanke war "Wo ist das Wasser?". Anstatt eines gut gefüllten Hafenbeckens, in dem zahlreiche Schiffe vertäut liegen, fanden wir eine beinahe wasserlose Schlammfläche vor, in deren Mitte sich zwei recht trostlos wirkende Schiffe befanden.

Ein wenig enttäuscht machten wir uns erstmal auf in Richtung eines Cafés, das uns eine Kollegin empfohlen hatte, um dort zu frühstücken. Die kleine Innenstadt ist sehr übersichtlich und innerhalb weniger Minuten hatten wir das Café gefunden. Und unsere Kollegin hatte nicht übertrieben: Die Scones, die wir dort gegessen hatten, waren wirklich himmlisch!

Scones, das ist typisch britisches bzw irisches Teegebäck mit einer brötchenähnlichen Form und man kann sie pur oder mit Clotted Cream oder mit Marmelade oder Butter oder oder oder essen. Und sie eignen sich ebenso gut zum Frühstück mit Kaffee ;-) 

Frisch gestärkt nach dem leckeren Frühstück sind wir dann aufgebrochen, um einer weiteren Empfehlung von der Kinsale-ToDoListe unserer Kollegin nachzukommen, den sogenannten ScillyWalk. Zwar war der Himmel immer noch wolkenbehangen, aber das haben wir einfach ignoriert und sind den ScillyWalk gelaufen. Dieser Weg entlang der Küste Kinsales führt zu einem alten Militär Ford, welches wir uns als Ziel ausgesucht hatten. Der Weg war wirklich angenehm zu laufen und der Blick aufs Meer war wirklich schön. Ein wenig frustrierend war allerdings, dass wir, nachdem wir einen Berg hochgelaufen waren, festgestellt hatten, dass wir ihn auch wieder runter müssen, nur um dann den nächsten Hügel zum Charles Fort hochzusteigen. Es war aber weniger schlimm als gedacht und die Mühe hat sich auch echt gelohnt, denn die Aussicht ist einfach super von dort oben. Rechts sieht man die Bucht und den Hafen von Kinsale, links lässt man den Blick über ein schier endlos erscheinendes Meer schweifen...

Nachdem wir unsere Eintrittskarten gekauft hatten, meinte der Mann noch, wir sollten nicht auf das Gras laufen - wir dachten, jetzt kommt gleich, weil es verboten ist - aber nein, er sagte, es sei sehr rutschig und er möchte nicht, dass wir uns verletzen bzw. er möchte hier niemanden verlieren! Sehr ermutigend, zumal wir beinahe die einzigen Besucher waren. Natürlich haben wir uns den Rat des Mannes sehr zu Herzen genommen und sind äußerst vorsichtig die Grashügel runtergelaufen (die Steintreppen waren immer so weit weg!).

Das Charles Fort an sich ist ziemlich interessant und vorallem größer als gedacht. Während wir unsere Runde gedreht haben, die sagenhafte Aussicht über den Atlantik genossen und Fotos gemacht haben, ist endlich der Himmel aufgerissen und die Sonne kam zum Vorschein, um dann mit voller Kraft zu strahlen - toll! So war auch der Rückweg in die Stadt ein wahrer Genuss, denn nun konnte man fast meinen, wir laufen in Italien oder Spanien an der Mittelmeerküste entlang. Nicht ohne Grund wird diese Gegend Irlands auch die irische Cote d'Azur genannt. 

 

Zurück am Hafen konnten wir auch lachend feststellen, dass da nun endlich Wasser im Becken war. Dass in Kinsale Ebbe und Flut herrscht, haben wir ja erstmal nicht gewusst. Und in Kombination mit der Sonne sah das auch alles deutlich harmonischer aus als noch am Morgen. Bei diesem tollen Wetter konnte ich natürlich dem Drang nicht wiederstehen und habe meine Füße ins doch recht kalte Atlantikwasser gesteckt. Es war einfach herrlich und sehr erfrischend :-D  Außerdem haben wir noch den letzten Tipp unsrer lieben Kollegin ausprobiert, ein (recht spätes) Mittagessen in einem Restaurant direkt am Pier. Da konnte ich dann auch endlich einmal Fish'n'Chips essen. Ist echt lecker, aber doch ziemlich fettig. Danach mussten wir uns schon wieder auf den Rückweg machen, denn für den Abend hatte sich bei mir noch Besuch angekündigt. Eine meiner engsten und besten Freundinnen hat es sich nicht nehmen lassen, mich in Irland zu besuchen! Und ich kann nur sagen, Ann-Kathrin, es war wirklich toll und ich habe mich so arg gefreut - Danke für deinen/euren Besuch!!                                                                                                                                        Um die Zeit, während ich arbeiten musste, auch sinnvoll zu nutzen, ist Ann-Kathrin mit einer Freundin zuvor 5 Tage durch den Westen Irlands gewandert, bevor sie das Wochenende bei mir in Cork verbracht haben. Und sehr untypisch für Irland aber super für die beiden war die regenfreie Woche, in der sie hier unterwegs waren. Zur Feier des Tages sind wir drei dann abends noch in einen Pub gegangen (in meinen Lieblingspub "The Oval"), um dort den Tag gemütlich ausklingen zu lassen.

An diesem Wochenende war ganz Cork auf den Beinen, den es war St. Patrick's Weekend bzw. das Wochenende vor dem irischen Nationalfeiertag am Montag. In den Pubs war abends viel Programm und in der Innenstadt war ein kleiner Markt aufgebaut, durch den wir geschlendert sind, als wir auf den Weg zum TouriOffice waren, denn für diesen Tag hatten wir alle zusammen (Ann-Kathrin, Anne, Corinne, Julia und ich) eine weitere Tour mit PaddyWagon gebucht, die Tour zu Blarney & Cobh. Blarney Castle ist eine bekannte Burg(Ruine) in Irland mit dem BlarneyStone. Diesen Stein zu küssen, soll einem für sieben Jahre die Gabe der Sprachgewandtheit bringen. Zwar können wir Frauen ohnehin schon viiiel reden, aber wir wollten Stein natürlich trotzdem küssen und schaden kann es ja nicht :-) so haben wir uns in die lange Menschenschlange gestellt, um durch einen sehr sehr engen Turm auf das Dach der Burg zu gelangen, auf dem man mit dem Kopf hintenüber den Stein küssen kann. Es war eine interessante Erfahrung, die jedoch ziemlich schnell vonstatten ging.              Umgeben ist die Burg von einem tollen Park mit kleinen Kräuter- und auch Giftgärten. Wir haben die restliche Zeit, bevor es weiter nach Cobh ging, damit verbracht, im Park auf Entdeckungsreise zu gehen und das herrliche Sonnenwetter zungenießen.

Cobh ist ein weiteres kleines Küstenstädtchen in der Nähe von Cork City. Hier war außerdem die letzte Anlaufstelle der Titanic vor deren Untergang. Daher wurde in Cobh ein leider ziemlich überteuertes Titanicmuseum errichtet. Da wir eh nicht viel Zeit dort hatten, haben wir die auf dem Hügel gelegene Cathedrale besichtigt und die Aussicht auf den Atlantik genossen, bevor wir uns auch schon wieder auf den Rückweg nach Cork gemacht haben. Die Tour war wirklich schön, wenn auch leider etwas kürzer als gedacht. Aber so waren wir immerhin noch fit genug für einen weiteren Pubbesuch am Abend.

Den St. Patrick's Day an sich konnte mein Besuch leider nicht mehr mitmachen, aber wir hatten trotzdem ein wunderbares Wochenende zusammen und viel Spaß. An diesem Tag findet mittags üblicherweise eine Parade statt, an der vorallem städtische Vereine und Gruppen teilnehmen. Der Dresscode war an diesem Tag natürlich hauptsächlich grün. Und um uns ganz der irischen Kultur hinzugeben, musste wir natürlich vorher shoppen gehen und uns mit allerlei lustigen Accessoires ausstatten. Schick verkleidet mit irischen T-Shirt, Haarband, Buttons und Kopfbedeckung haben wir uns auf den Weg in die Innenstadt gemacht. Uns war nicht ganz klar, dass an diesem Tag so viel los sein wird, aber das haben wir spätestens dann gemerkt, als unser Bus an uns vorbei gefahren ist, weil er keinen Platz mehr für weitere Fahrgäste hatte. So mussten wir dann doch recht zügig in die Innenstdt laufen, um dort gerade noch rechtzeitig zum Beginn der Parade einen Platz zu finden. Die Parade an sich hat mir gefallen, auch wenn man sie nur bedingt mit einem Karnevalumzug aus Deutschland vergleichen kann. Zwar sind auch hier viele Menschen verkleidet (meist als Kobold oder wie wir in grün oder orange), jedoch ist die Stimmung zwar fröhlich aber spürbar weniger ausgelassen. Das liegt bestimmt auch daran, dass während der ganzen Parade kein einziger Tropfen Alkohol geflossen ist. Auch sonst wird nirgends auf offener Straße Alkohol verkauft oder gar getrunken. Ich empfinde das auch als völlig ok, denn immerhin gibt es hier an jeder Ecke einen Pub. Nach knapp zwei Stunden war die Parade vorbei und das fast ohne Regen! Danach sind wir nochmal zurück ins Apartment, um uns etwas aufzuwärmen bevor wir abends nochmal in einen Pub wollten.

Während der ganzen Festtage war in der Stadt verständlicherweise jede Menge los. So waren auch die Pubs regelmäßig überfüllt. An diesem Abend ist es uns jedoch endlich gelungen, einen freien Stehplatz in einem recht bekannten Pub zu ergattern. Und so konnten wir drei Mädels uns noch ein paar nette Stunden im Pub bei Livemusik machen, bevor der Alltag am nächsten Tag wieder beginnt. Und eine kleine Erinnerung an dieses tolle und erlebnisreiche Wochenende hängt noch bei Julia und mir in der Küche: Unser grüner "Happy St. Patrick's Day"-Luftballon, den wir vom Pub mitgenommen haben (wir haben natürlich vorher ganz lieb gefragt)

So, das waren meine Erlebnisse vom St. Patrick's Day/Weekend. Ich bin wirklich froh, dass ich diese Erfahrung machen konnte und diesen Tag miterleben konnte, wobei ich mich weniger als Touri, sondern eher "irish for the day" gefühlt hatte. Mein Kopfweh, das ich am Dienstag hatte, hat sich auf jeden Fall gelohnt :-D 

Ein Wunsch geht in Erfüllung

Mittwoch, 19.03.2014

Hey zusammen,

mittlerweile habe ich meine längere Pause fast wieder aufgeholt und sollte mit einem weiteren Extraeintrag im Laufe dieser Woche endlich wieder auf dem aktuellsten Stand sein.

Daher berichte ich nun nicht über vergangenes Wochenende mit St. Patrick's Day (das mach ich dann im nächsten Eintrag), sondern über das Wochenende davor. Dieses Wochenende waren für mich ziemlich entspannte Tage. Florian ist abgereist und nur Julia erwartete in diesen Tagen Besuch aus Deutschland. Entspannt heißt aber nicht langweilig. Im Gegenteil, an diesem Wochenende konnte ich mir einen kleinen Traum und einen sehr wichtigen Punkt auf meiner ToDoListe erfüllen. Ich hatte nämlich die Gelegenheit, die Berufsfeuerwehr in Cork zu besuchen :-) 

Das mag für manche jetzt vielleicht weniger spannend klingen, aber mich als aktives Feuerwehrmitglied hat das ganze wirklich sehr interessiert. Es war mir sogar möglich, eine persönliche Führung von einem der dort arbeitenden Feuerwehrmänner zu erhalten. Denn dieser ist wiederum der Ehemann einer Kollegin von mir.

Wie es der Zufall so will, sind wir bei einem Gespräch in der Mittagspause auf die Feuerwehr zu sprechen gekommen. Da habe ich dann erzählt, dass ich in der freiwilligen FWehr in Deutschland bin und mir unbedingt die Cork City Fire brigade anschaun will. Meine Kollegin meinte daraufhin, ihr Mann arbeite dort und hätte am Wochenende Dienst. Sie würde ihn eh gleich anrufen und dann könne sie gleich alles abklären. Ich habe mich riesig gefreut und war einmal mehr begeistert von der irischen Offenheit und Hilfsbereitschaft. Uns ist schon oft aufgefallen, dass die Leute, seien es die Kollegen im Office oder auch nur Leute beim einkaufen, sehr freundlich und zuvorkommend sind. Egal wen man etwas fragt, das Gegenüber ist immer bemüht, eine echte Hilfe zu sein. So habe ich es in Deutschland bisher selten erlebt. Auch ist es mir hier schon einige Male passiert, dass mich Verkäufer in andere Läden in der Nähe verwiesen haben, wenn sie selbst ein Produkt nicht führten, in Deutschland ist das für mich nur schwer vorstellbar.

Aber gut, ich bin etwas vom Thema abgekommen. Meine Kollegin hat also ihren Mann seelisch und moralisch auf einen Besuch einer deutschen Studentin vorbereitet und dank seiner Handynummer konnten wir samstags auch prima einen Zeitpunkt vereinbaren.  Wie man sich ja vorstellen kann, ist es eher schwierig, eine genaue Uhrzeit festzulegen, denn man weiß nie, wann der nächste Einsatz kommt und wie lange er dauert. So haben wir uns für den Samstag Nachmittag verabredet. Und was macht eine Frau bis dahin in einer großen Stadt? Genau, shoppen!!! :-D 

So habe ich mich ganz gemütlich in Richtung Innenstadt auf den Weg gemacht und mein erstes Ziel angesteuert. Aufgrund eines äußerst schmerzhaften Ausschlages auf der Stirn wollte ich (auch auf Anraten meiner Mum) nämlich an diesem Tag noch eine Apotheke aufsuchen. Daher war meine erste Anlaufstelle an diesem Vormittag eine Filiale von Boots. Hierbei handelt es sich um eine Kombination aus Drogerie und Apotheke mit vielen in ganz Irland verteilten Verkaufsstellen. Ich empfinde diese Zusammenstellung als äußerst praktisch, spätestens seit diesem Einkauf dort. 

So habe ich also eine entzündungshemmende Salbe ausgesucht und dachte, ich frage vor dem Bezahlen lieber doch noch mal nach, ob diese auch für das Gesicht geeignet ist. Natürlich war sie es nicht. Es war mir dann fast schon unangenehm, als die perfekt durchgestylte Drogeriemitarbeiterin sich näher mit meinem Problem befassen wollte. Und zu allem Überfluss hat sie mich auch noch in den Apothekenteil geschleift, wo ich dann nochmal erklären durfte, was ich suche und wofür. Auch die Frau dort war sich nicht ganz sicher, was sie mir am besten geben kann und da aller guten Dinge ja bekanntlich drei sind, hat sie einfach mal den Chefapotheker aus einer Besprechung geholt, damit er mir hilft. Es war mir zwar echt unangenehm, aber auch er hat sich mein Problem angehört und mir sehr freundlich endlich eine passende Salbe gegeben, die auch wirklich geholfen hat. Ein Hoch auf die irische Hilfsbereitschaft!

Nach diesem Erlebnis bin ich dann erst mal zu Pennys (Obwohl ich die deutsche Werbung schon knapp zwei Monate nocht mehr gehört habe, ist sie doch noch im Kopf...), bei uns besser bekannt als Primark. Zuhause war ich noch nie in diesem Billigklamottenladen, um den alle ein riesen Aufsehen machen, aber hier in Cork gibt es gleich zwei Filialen und beide seien weitaus weniger menschenüberfüllt als daheim, habe ich mir sagen lassen. Zwar habe ich eigentlich überhaupt keinen Platz in meinem Koffer für weitere Kleidung, aber frau kann ja mal schaun... ;-) 

Eine Einkaufstüte später habe ich mich auf zu Costa Coffee gemacht, der britischen Antwort auf Starbucks, welche auch in Irland weitverbreitet ist. Der Kaffee ist zwar recht teuer dort, aber er ist meines Erachtens der besten, den man unterwegs kaufen kann und vorallem besser als sämtliche der sonst hier üblichen InstantVarianten. So gönne ich mir gelegentlich einen großen Kaffee oder seit neustem auch einen iced Cappuccino - lecker!

Dann war es auch schon Zeit für mein Treffen bei der Feuerwehr, welches ich schin voller Vorfreude erwartet hatte. Und was soll ich sagen, es war wirklich toll: Mir wurde die beeindruckende Fahrzeughalle mit teilweise sehr speziellen Geräten sowie die ganzen Verwaltungsräume gezeigt. Wir haben uns auch über die Gemeinschaften und Unterschiede zur deutschen Feuerwehr unterhalten und ich habe viele nette Feuerwehrmänner kennengelernt sowie einige Bilder gemacht... Mir hat es schlichtweg echt Spaß gemacht :-) 

Den Sonntag habe ich zusammen mit Julia, ihrem Freund und Corinne in einer Art Fußballstadion verbracht. Und genau hier sollten euch Zweifel kommen: Linda und Fußball? Nein, ich habe natürlich keinesfalls meine Grundeinstellung zu dieser Sportart geändert, aber man kann eine große Rasenfläche auch auf sinnvolle Weise nutzen. Zum Beispiel für Gaelic Football oder Hurling. Denn eben Spiele dieser beiden typisch irischen Mannschaftssportarten hatten wir uns an diesem Sonntag angesehen. Eher durch Zufall haben wir, wieder einmal während eines Gesprächs mit Kollegen, erfahren, dass wir mit unseren Karten nicht nur einen Platz für das Gaelic Football Match gebucht hatten, sondern gleichzeitig auch noch für das darauffolgende Hurling Game Plätze reserviert hatten.

Die Regeln sind bei beiden Sportarten recht ähnlich. Das Ziel ist immer, denn Ball in oder über das Tor der gegnerischen Mannschaft zu befördern, wofür man dann je nach Treffer eine unterschiedliche Anzahl von Punkten erhält. Außerdem darf man den den Ball nicht nur kicken sondern auch mit der Hand werfen. Durch den relativ ungeschützen Bereich überhalb des Torraumes (er ist nur durch zwei Stangen gekennzeichnet) fallen hier auch mehr und schneller Tore, was das Spiel noch interessanter macht. Bei Gaelic Football gibt es einen Ball ungefähr in der Größe eines Fußballes, beim Hurling gibt es im Gegensatz dazu einen deutlich kleineren Ball. Außerdem wird hier der Ball mit Schlägern gespielt und die Spieler tragen Helme.

 

Beide Spiele waren wirklich interessant und spannend mit anzusehen, wenn auch der Hurlingball aufgrund von Größe und Geschwindigkeit manchmal schwer zu sehen war. Die Mannschften aus Cork haben beides mal gewonnen, was die Stimmung natürlich umso besser werden lies. Es war auf jeden Fall eine aufregender Tag und der Abschluss eines schönen Wochenendes.

 

Damit bin ich auch schon wieder am Ende dieses Eintrages angelangt. Eigentlich sollte der Eintrag kurz und knackig werden, aber manchmal fällt mir beim Schreiben noch etwas ein, das unbedingt mit rein muss ;-) 

Jetzt aber erst mal Tschüss!

Geschwister-Erlebnis-Woche :-)

Donnerstag, 13.03.2014

Hey zusammen,

it's me again.

Wie ich bereits vor wenigen Tagen erwähnt habe, stelle ich diese Woche einen weitern Eintrag online. Zuletzt habe ich ziemlich ausführlich von meinem Wochenendtrip nach Killarney berichtet. Im Anschluss an dieses Wochenende habe ich Besuch erwartet: Meinen Bruder :-D 

Schon dienstags war das Erkältungsfieber weg, sodass ich mich voll und ganz auf die Ankunft von Florian freuen konnte. Ich war den ganzen Tag total aufgedreht und war echt happy, als ich ihn am Mittwoch Abend am Busbahnhof in Empfang nehmen konnte. 

Da wir zu diesem Zeitpunkt nur zu zweit im Apartment wohnten, hatte Florian die Möglichkeit, für die Dauer seines Aufenthaltes ein Zimmer in unserem Apartment zu Mieten. Das war echt praktisch, denn so konnten wir auch abends noch viel Zeit miteinander verbringen und er musste nicht alleine in irgendeinem Hotel sein.

Im Apartment angekommen, musste er natürlich gleich seinen Koffer auspacken, um mir meine Bestellungen aus Deutschland zu übergeben ;-) Ja, es ist durchaus praktisch, wenn die Mama zuvor alles bereitlegt, was die Tochter so alles noch gerne in Irland hätte und der Bruder dann auch noch Platz dafür im Koffer hat :-D 

Außerdem hat Florian mir noch die ein oder andere Überraschung von daheim mitgebracht, wie z.B. meine Lieblingsfruchtgummis, mein Lieblingstee oder eine Vollkornbrotprobier-Mischung! Hier noch mal ein großes Danke an dich, Mama! Habe mich so darüber gefreut.

Doch das war nicht die einzige Überraschung an diesem Tag. Gerade als ich aus meinem Zimmer in den Flur trete, läuft ein junger Mann an mir vorbei. In unserer Wohnung! Etwas verwirrt habe ich ihm Zimmer 1 gezeigt, nachdem er gesucht hatte. Aha, wir haben also einen neuen Mitbewohner. Das ist hier immer ziemlich interessant, denn so wie er uns mit seinem Erscheinen überrascht hat, haben wir vor einigen Wochen Sarah und Roisin überrumpelt und standen einfach so in der Küche. Es wird nie langweilig ;-) 

Unser neuer Mitbewohner hatte sich dann erst mal in sein Zimmer verkrochen, nachdem er sich kurz mit Conrad vorgestellt hatte. Das erste richtige Kennenlernen erfolgte dann am nächsten Abend, doch dazu später mehr. Am nächsten Tag habe ich Florian erst mal die Stadt gezeigt und wir haben es sogar geschaft, die bekannteste Kirche in Cork anzuschauen, die St. Fin Barre's Cathedral.

Und kaum zu glauben, aber es hat nicht geregnet an diesem Tag! Ähnliches Glück mit dem Wetter hatten wir auch bei unserer Ring of Kerry-Tour im Laufe der Woche. Ich kann es heute noch nicht glauben, dass wir tatsächlich beinahe nur Sonnenschein hatten bei dieser Tour.

Der Ring of Kerry ist eine Kreisstraße durch unser Nachbarcounty Kerry, die auch lange Zeit an der Westküste Irlands entlang führt. Im Sommer solle Straße mit Touri-Bussen überfüllt sein, denn der Ring of Kerry steht ganz oben auf etlichen Irland-ToDo-Listen. Und mittlerweile kann ich auch verstehen, warum.

Die Tour haben wir wieder mit PaddyWagon gemacht, der selbe Anbieter wie bei den Cliffs of Moher. Die Fahrer sind meist echt lustig und bringen ihre Fahrgäste an wunderschöne Aussichtspunkte. Außerdem sind die Flyer so ziemlich überall vorhanden, sodass man sich zwangsläufig erst mal für PaddyWagon entscheidet ;-) 

Was allerdings die Fahrweise der Busfahrer angeht, besteht hier echt noch Nachholbedarf. Bei der Cliffs of Moher Tour ist die Busfahrerin so schnell über die ziemlich kurvenreiche Straße gerast, dass mir echt schlecht wurde und dieses Mal hatte ich eine Beule am Kopf, weil der Fahrer beinahe über die sehr unebene Straße geflogen ist und sämtliche seiner Fahrgäste dadurch ca. 30-40cm hoch aus den Sitzen geschleudert hat. Ja ok, viele wie ich waren zu diesem Zeitpunkt nicht angeschnallt. Aber die Mädels hinter mir, die den Gurt umgelegt hatten, hatten davon leichte Striemen am Hals... Was jetzt besser ist, kann ich nicht sagen.

Während der Tour macht man an vielen Stationen halt, um einfach die atemberaubende Landschaft zu genießen und um natürlich ganz viele Fotos zu machen. Ich zeige euch einfach mal ein paar, damit ihr meine Begeisterung nachempfinden könnt.

Am (Stein-) Strand in Waterville hatten Florian und ich fast das Gefühl, wieder in Javea, Spanien zu sein. Der Geruch von Meer weckt instinktiv sämtliche Urlaubserinnerungen in mir - einfach herrlich. Und ich kann jetzt auch fast von mir behaupten, in Irland im Meer gebadet zu haben. Eigentlich habe ich nur kurz einen Fuß in das kalte Wasser des Atlantiks gehalten, aber egal. Meer ist Meer und ich war mehr oder weniger drin :-) Mein Brüderchen hat diese Erfahrung eher unfreiwillig mit mir geteilt, denn er war leider zu langsam für eine doch ziemlich große Welle und so ist ihm das Wasser von hinten in die Schuhe geschwappt. Wie wie heißt es doch so schön: "Ach, das ist doch nur Wasser, das trocknet auch wieder." Und wasserfeste Schuhe lassen nicht nur kein Wasser rein, sondern auch keines raus...

Trotzdem hat uns der Ring of Kerry wahnsinnig gut gefallen und in Kombination mit diesem tollen Wetter war es schlichtweg traumhaft.

Abends waren wir dann jedoch zu müde, um noch in einen Pub zu gehen. Dafür waren wir bereits zuvor im Old Oak. Dahin haben wir auch Conrad mitgeschleift, nachdem wir ihn geweckt haben. Wir hatten ihn seit seiner Ankunft nicht mehr gesehen und da wir ja nett und gut erzogen sind, dachten Julia und ich, wir fragen ihn, ob er nicht mitkommen will. Also hatten wir ein paar Mal kräftig an seine Tür geklopft und irgendwann tauchte dann ein recht verschlafener Conrad auf. Er hat sich aber sehr über unsere Einladung gefreut uns so hatten wir die Möglichkeit, ihn genauer auf den Zahn zu fühlen. Im Old Oak haben wir uns mit Corinne getroffen, sie studiert ebenfalls in Kehl und arbeitet mit Julia und mir im Office. So waren wir eine ganz nette Runde und mein Bruder hatte durch Conrad etwas männliche Verstärkung erhalten.

Zu Conrad lässt sich folgendes sagen: Er ist ein 30Jähriger Spanier aus Barcelona, der in Cork für ein paar Monate einen EnglischKurs am UCC besucht. Wir verstehen uns echt gut mit ihm und er begelitet uns auch gerne, wenn wir abends in die Pubs gehen. :-) 

Für Florian und mich stand während seines Aufenthaltes noch eine WhiskeyTour auf dem Programm, worauf wir uns schon sehr gefreut hatten. Ca 30km von der Stadt Cork entfernt, befindet sich Midleton. Eine Kleinstadt mit einer Besonderheit: Dort ist die Destillerie des Jameson Whiskeys, der bekanntesten irischen Whiskeysorte. Und eben dort hatten wir eine Besichtigungstour gebucht, um mehr über die Herstellung von Whiskey zu erfahren.

Die Führung durch den alten Teil der Destillerie war wirklich interessant und nun weiß ich sogar, wie man Whiskey herstellt. Das Highlight hat uns dann aber nach der Führung erwartet. Am Ende der Tour hat der Guide vier Freiwillige Frauen und vier freiwillige Männer gesucht. Wir hatten den Vorteil, dass Julias Bruder und seine Freundin die Tour bereits gemacht hatten und so wussten wir, wozu man die Freiwilligen sucht. Also haben wir uns ganz streberhaft in die erste Reihe gestellt und uns brav gemeldet. Und siehe da, mein Bruder und ich gehörten zu den acht Personen, die im Anschluss an die Tour ein kleines WhiskeyTasting auf Kosten des Hauses machen durften. ;-) 

Im Tourpreis enthalten war neben der Führung auch ein Getränk mit Whiskey am Ende der Führung. Und während die restlichen 30 Personen sich ihr Freigetränk holten, haben wir uns an einen für uns mit je drei Schnapsgläsern hergerichteten Tisch gesetzt.

Das Tasting bestand aus einem Schottischen, einem amerikanischen und natürlich dem irischen Jameson Whiskey. Während der Verkostung hat der Guide einiges zu den Unterschieden dieser drei Whiskeys erklärt, die man auch durchaus schmecken konnte. Und am Ende hat sogar noch jeder von uns eine Urkunde mit seinem Namen erhalten. Demnach sind wir ab jetzt Whiskey Experten :-D  

So würde ich mich selbst definitiv nicht nennen, aber ich kann immerhin sagen, dass der Longdrink (Whiskey mit Lime) sehr zu empfehlen ist. Und es hat auf jeden Fall Spaß gemacht.

Hier in Irland habe ich zum ersten Mal Whiskey getrunken. Erstmals notgedrungen, denn wie  manche von euch wissen, empfinde ich eine große Abneigung gegen sämtliche Sorten von Bier und damit auch gegenüber Guinness. Und mittlerweile weiß ich eine guten Whiskey mit bitte nur zwei Eiswürfeln, nicht mehr und nicht weniger, auch immer mehr zu genießen und schätzen ;-)  Also ist ja nur verständlich, dass wir im Anschluss an die Tour und die Verkostung im angrenzenden JamesonShop einkaufen waren. Neben ein paar Souvenirs haben wir beide auch ein paar Flaschen JamesonWhiskey erstanden, die mein Bruder dank seiner mitgebrachten Luftpolsterfolie (echt gut mitgedacht, Florian!) mittlerweile heil (!) nach Deutschland transportiert hat. Die Freimenge von 10 Litern haben wir aber nicht geknackt. Mein armer Bruder musste ja auch noch ein paar andere Dinge von mir wieder mit nach Deutschland nehmen. 

So auch seinen typisch irischen KoboldHut, den er bei einer unsrer Touren durch Cork ergattert hatte. Und wenn wir mal nicht unterwegs waren, haben wir mit unseren neu erworbenen Karten gespielt oder auch einfach nur gelesen. Es war immerhin Florians Urlaub und ich wollte ihm diesen so schön wie möglich machen.

Ich denke, dass ist auch weitestgehend gelungen. Zumindest kann ich von meiner Seite aus sagen, dass ich die Tage mit meinem Bruder sehr sehr genossen habe und ich mich wirklich unheimlich über seinen Besuch gefreut habe. Mit diesem guten Gefühl habe ich ihn nach einer Woche auch wieder zum Busbahnhof gebracht. Und es ist mir gelungen, keine Träne zu vergießen, nicht zuletzt aufgrund von Florians Kommentar: "Jetzt bitte keine Emotionen!" Tja, so ist er eben bzw so sind wahrscheinlich viele in seinem Alter und er kennt mich eben auch gut, denn er weiß, wie nahe ich manchmal am Wasser gebaut bin :-D 

So, Schluss jetzt aber mit dem sentimentalen Geschreibe! Ich hoffe, euch hat mein Eintrag über Florians Besuch gefallen. Bis nächste Woche, es gibt noch viel zu erzählen!

Byebye

 

P.S. Ich hätte es nie für möglich gehalten, aber ich habe Fasching dieses Jahr echt ein klein wenig vermisst. Vorallem wenn in einigen Whats App Gruppen lang und breit darüber diskutiert wurde, was wann wo ist und wer wie mit wem wohin geht. Es war wirklich lustig, all das zu lesen. Immerhin waren wir am Rosenmontag im Pub. Zwar kennen die Iren kein Fasching, aber bald kommt der St Patricks Day und da können wir uns dann auch verkleiden und feiern ;-) 

Und dank der vielen Bilder, die mir geschickt wurden, hatte ich auch ein bisschen das Gefühl, Fasching nicht komplett verpasst zu haben!

Killarney Weekendtrip

Dienstag, 11.03.2014

Hi :-) 

endlich komme ich dazu, meinen längst überfälligen Eintrag zu schreiben. Ich hatte schon ein ziemlich schlechtes Gewissen, weil ich solange schon nichts mehr geschrieben habe!

Wo war ich zuletzt stehn geblieben? Ach ich denke, ich beginne einfach mit einer kurzen Anekdote aus dem Office. Dort wurden vor ca zwei Wochen zwei Kolleginnen verabschiedet. Wie es so üblich ist, brachten diese auch einige Leckereien für die Frühstückspause mit. Wir haben uns wie alle anderen Kollegen darüber gefreut und fleißig Schokolade, Cookies etc gegessen. Am Nachmittag wurden dann alle zusammengerufen, um die Verabschiedung zu feiern. Unsere Chef hielt eine Ansprache und es gab wieder Kuchen. Das wäre auch alles ganz schön gewesen, wenn wir nur gewusst hätten, wer überhaupt verabschiedet wird! Wir stehen also da in der Kantine, essen mal wieder Kuchen (das war echt viel Süßkram für einen Tag) und haben keine Ahnung, um wen es eigentlich geht. Das war uns schrecklich peinlich!! Wir haben auch die Gelegenheit verpasst, unsere Kollegen zu fragen und während der kleinen Party zu fragen, wäre ja noch schlimmer. Wir haben uns schon ein wenig unwohl gefühlt... Anfangs hatte ich auf eine der Schwangeren getippt - aber weit gefehlt, es war keine von ihnen.

Das Rätsel wurde zum Schluss durch die Geschenkübergabe gelöst. 

Ist also gerade nochmal gut gegangen und so haben wir uns unauffällig zurück auf unsere Arbeitsplätze verzogen. Das nächste Mal wissen wir es hoffentlich besser ;-) 

Für das Wochenende vom 22.2. habe ich mich spontan zu einem Kurztrip nach Killarney entschlossen. Julia hatte die ca. 80km von Cork entfernte Stadt bereits zuvor mit ihrem Bruder und Freundin besucht, sodass sich mir die Gelegenheit bot, ganz für mich alleine eine Tour zu starten.

Gesagt, getan. Ich habe mir also ein Busticket für den Samstag Morgen gebucht sowie ein Zimmer in einem Frauenschalfsaal in einem Hostel für eine Nacht gebucht. Frauenschlafsaal mag jetzt vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig klingen, aber es ist gar nicht so schlimm und ich hatte ja eh vor, da nur die Nacht zu verbringen.

Zu Killarney gibt es noch zu sagen, dass die im County Kerry gelegene Kleinstadt direkt an den größten Nationalpark Irlands angrenzt, den Killarney National Park (ja ok, der Name sagt eigt schon alles) mit einer Fläche von über 10.000 Hektar. Und den wollte ich mir unbedingt anschaun! Außer dem Nationalpark hat Killarney allerdings wenig zu bieten. Erwähnenswert ist noch die St.  Mary's Cathedral, doch dazu später mehr.

Am Freutag (erst wollte ich diesen Tippfehler korrigieren, aber der Freitag entspricht aufgrund des nahenden Wochenendes doch recht häufig einem Freutag, also lasse ich es einfach so stehen) sah noch alles nach einem vielversprechenden Wochenendtrip aus, am Samstag Morgen wäre ich am liebsten im Bett geblieben. Abgesehen von dem Wolkenbehangenen Himmel verdarb mir noch etwas anderes die Laune: Ich hatte Hals- und Kopfschmerzen, meine unwiderruflichen Vorboten einer Erkältung... Doch ich wollte nicht gleich das Schlimmste denken und so bin ich mit meinen Erkältungstabletten im Gepäck mit dem Bus nach Killarney gefahren. Dort angekommen, habe ich nach einigen kurzen Orientierungsschwierigkeiten mein Hostel gefunden, um mich auch gleich darauf auf den Weg Richtung Nationalpark zu machen. Zwei der Eingänge lagen ca 5 Gehminuten vom Hostel entfernt - da hat die Beschriebung im Internet echt gehalten, was sie verspricht.

Als ich durch ein großes schmiedeeisenes Tor den Nationalpark betreten habe, musste ich unwillkürlich an den Englischen Garten in München denken. Da ich keine Ahnung hatte, wohin ich laufen will (ich habe irgendwie nicht dran gedacht, mir vorher eine Karte zu kaufen), bin ich einfach mal einem der wenigen Wege gefolgt, die nicht gesperrt waren. Von dem Unwetter, das den Süden Irlands vor kurzem heimgesucht hat, habe ich euch ja berichtet. Und während in Cork bereits wieder alles beim alten war, konnte man im Nationalpark die Spur der Verwüstung noch umso deutlicher erkennen. Der ständige Regen tat sein übriges.

Als Ziel hatte ich mir das Ross Castle ausgesucht, welches auf den wenigen Hinweisschildern benannt war. Und so bin ich völlig entspannt, die Ruhe genießend, mit meiner Kamera in der Hand auf Entdeckungsreise gegangen. Es war trotz des dauerhaften Nieselregens einfach herrlich und aufgrund der zuvor eingeworfenen Grippetabletten habe ich auch meine mittlerweile einsetzenden Gliederschmerzen wieder fast vergessen. 

Auf meinem Weg hatte ich endlich mal Zeit, eine Menge Bilder von der Natur und vorallem von den Bäumen zu machen. Ich liebe es, sie zu fotografieren. Sie sind schlichtweg einzigartig und sind in meinen Augen ziemlich eindrucksvoll. Mag sein, dass manche es nur für langweilige Schnappschüsse halten, aber das ist mir ziemlich egal, denn ich mache die Fotografien ja für mich und weil es mir Spaß macht! Und an diesem Wochenende kam ich hierbei voll auf meine Kosten. :-) 

Gelegentlich hörte man Motorsägen, ansonsten waren kein Lärm von der Straße, die ganz in der Nähe ist. Die Motorsägen waren durchaus notwendig, denn aufgrund der Unwetters waren unzählige Bäume entwurzelt und versperrten dadurch u.a. auch die Wege.

Leider wurde das auch mir bzw. Meinem Plan, Ross Castle zu besichtigen, zum Verhängnis. Denn alle vier Wege, die ich ausprobiert habe, waren überflutet oder es lagen Bäume quer über dem Weg und somit war es mir nicht möglich, mein Tagesziel zu erreichen. Trotzdem war der Park, besser gesagt, der kleine Ausschnitt, den ich gesehen habe, wundervoll!

Zwar hätte ich gerne geschrieben: "Ich hatte ein tolles Wochenende mit traumhaftem Wetter und es war so warm, dass ich Leute habe barfuß laufen sehen." Aber sind wir mal realistisch: Es war zu diese Zeitpunkt Februar und ich bin in Irland. Das einzige, was ich tatsächlich erlebt hatte, war eine Frau, die barfuß lief. Und das tat sie nur unfreiwillig, denn sie musste/wollte einen Weg überqueren, der bereits überflutet war und so ist sie kurzerhand ohne Schuhe (durchaus sinnvoll) durch den neu entstandenen Fluss gelaufen.

Da ich irgendwie doch an das Ross Castle gelangen wollte, wollte ich den Unwetterschäden die Stirn bieten und habe nach ein paar Stunden den Nationalpark verlassen, um das Castle von der Stadt aus erreichen. Also bin ich eine gefühlte Ewigkeit durch eine Wohnsiedlung gelaufen, immer den braunen Hinweisschildern mit Ross Castle hinterher. Als ich dann endlich nur noch ca 800m entfernt war laut Schild, sollte ich rechts abbiegen auf einen Waldweg. In diesem Moment erkannte ich den Weg allerdings - es war der selbe Weg, den ich ca. 2h zuvor schon gelaufen war, und er endet in Wasser... Soviel zum Thema die Stirn bieten! Klingt vllt ein wenig komisch, aber jetzt hat mich quasi der Nationalpark an der Nase herumgeführt...

Da ich keine Lust hatte, wieder die langweilige Straße zurückzulaufen, die mich hierher geführt hatte, und weil ich den Weg durch den Nationalpark mittlerweile ja schon kannte, habe ich meinen Weg durch den Wald fortgesetzt.

Nach meinem erneuten Spaziergang im Nationalpark wurde es langsam dunkel und ich hatte das Bedürfnis, vor Einbruch der Dunkelheit wieder auf beleuchteten Straßen zu sein. Direkt gegenüber eines Parkausganges befindet sich die St. Mary's Cathedral, die dritt größte Kathedrale im strengkatholischen Irland. Das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und so habe ich kurzerhand entschieden, sie mir auch von innen anzusehen.

Ich hatte mir schon zuvor vorgenommen, einmal einen irischen Gottesdienst zu besuchen, schon allein wegen der Sprache. Und wie es der Zufall wollte, fand an diesem Abend ein Gottesdienst statt. Und da ich eh schon da war und nichts anderes zu tun hatte, habe ich spontan an der Messe teilgenommen. Und es hat sich echt gelohnt: Ich konnte dem Pfarrer meist gut folgen und es war eine angenehme Atmosphäre. Im Gegensatz zum deutschen Gottesdienst haben hier nicht alle gesungen, sondern ein Mädchen, ca 16, hat zusammen mit dem Organisten die Liedbeiträge gestaltet. Auch mal was anderes ;-) 

Abends im Hostel bin ich dann um 21Uhr völlig erschöpft von der frischen Luft und meiner Erkältung ins Bett gefallen. Dass ich kein Interesse an Abendessen hatte, zeigt eindeutig, das ich nicht fit war. Nach einer wenig erholsamen Nacht (was allerdings weniger am Schlafsaal, sondern eher daran lag, das ich Schnupfen bekommen hatte und somit kaum atmen konnte - die armen Mädels, die mit mir die Nacht im selben Zimmer verbringen mussten), habe ich mich auf den Weg gemacht, um mir Killarney etwas anzuschauen, bevor mein Bus nachmittags wieder Richtung Cork fährt. Allerdings war ich ca. 40Minuten mit der doch recht Überschaubaren Innenstadt fertig und so bin ich noch einmal in den Nationalpark. 

Mittlerweile waren noch mehr Wege aufgrund des Regens überflutet und somit gesperrt. Ich war echt froh, dass ich Samstags schon diese Wege gelaufen bin, denn man hatte nun doch eine recht eingeschränkte Auswahl. Natürlich habe ich dem roten Schild "Road flodded" erst mal keinerlei Beachtung geschenkt, doch als dann ca. 300m weiter das Schild "Road closed" angebracht war, musste ich wohl oder übel umkehren.

So habe ich noch einige Bilder geschossen und mich dann langsam auf den Rückweg zur Busstation gemacht, um am frühen Abend ziemlich kaputt und vorallem erkältet in Cork in mein Bett zu fallen.

Auch wenn das Wetter nicht gerade optimal war und ich wegen der Erkältung alles andere als fit gewesen bin, habe ich den Kurztrip doch sehr genossen und würde ihn jederzeit wieder machen. Hier noch ein paar Eindrücke vom Killarney National Park.

Damit schließe ich den Eintrag für heute und ich kann jetzt schon ankündigen, dass ich im Laufe dieser Woche einen weiteren Eintrag verfassen werde und ausführlich über den Besuch meines Bruders und unsere Unternehmungen berichte!

Bis dahin

Bye

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